Alles picobello! Spätsommer an der Adria

Wenn ihr noch Resturlaub habt und nicht wißt, wo es hingehen soll, dann habe ich einen Tipp für euch. Der Spätsommer ist ideal, um im italienischen Lignano (etwa 80 Kilometer von Venedig entfernt) Sonne zu tanken und Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Am acht Kilometer langen   Strand sind nicht mehr alle Liegen besetzt und man kann wunderbar relaxen. Schon am dritten Tag hatte ich das Gefühl, als ob ein Urlaub von drei Wochen hinter mir liegt. Und dachte, die Adria ist besser als ihr Ruf. 

Strand 3

Denn alles ist sehr gepflegt hier! Morgens um neun ist der goldgelbe Sand  picobello geharkt. Die Liegestühle sind fein säuberlich aufgereiht. Nirgendwo  liegen Zigarettenkippen herum. In den Strandbars werden köstliche Ciabatta mit luftgetrocknetem Schinken und Käse verkauft. Es duftet nach Espresso und Cappuccino… Und wer tagsüber nicht so viel essen möchte, der geht morgens zum Markt und versorgt sich mit köstlichen Oliven, Paprika und leckerem Käse.

Einkauf

Paprika

Schon Ernest Hemingway hatte so etwas wie den richtigen Riecher. Er war begeistert von der Gegend, als er 1954 in Lignano auftauchte und prophezeite:  Dieser Ort wird mal das Florida Europas werden. Damals  war die Region noch ein mückenreiches Sumpfgebiet und es wohnten überwiegend Fischer und ihre Familien dort.  Inspiriert von der Vision des Schriftstellers entstand nach den Plänen des Architekten  Marcello D’Olivio der Ortsteil Lignano Pineta.  Die Ferienhäuser und Villen,  umgeben von schattenspenden  Pinien,  sind alle nur ein paar Minuten vom Meer entfernt. Wer nach ein paar Tagen Ruhe Abwechslung braucht,  sollte Ausflüge unternehmen: Zum Beispiel  historische Orte aus der Römerzeit besichtigen oder zur  Weinprobe beim Winzer vorbei fahren.  Auf der Azienda Agricola Bortolusso in Carlino empfängt uns Clara, die zusammen mit ihrem Bruder Sergio den Familienbetrieb führt. 

Weinkarton

Während der Verkostung erzählt sie, warum ihre Weine zu den besten in Italien  gehören. „Das liegt am Boden und an der speziellen Lage unseres Weinguts zwischen Alpen und Meer. Vor 400 Jahren wurde das Land, wo heute die Rebstöcke stehen, dem Meer abgetrotzt. Das hat den Vorteil, dass die Erde reich an Mineralsalzen ist, und die sorgen für das unvergleichliche Aroma“, schwärmt Clara.  

Marita 

Und wenn man sich schon in der Region Friaul Julisch Venetien aufhält, dann ist  Aquileia ein Muss. Die Stadt liegt im Hinterland zwischen Lignano und der Stadt Grado. Aquileia wurde 181 v. Chr. als römische Militärkolonie am Fluss Natisone gegründet. Und entwickelte  sich im Laufe der Jahre zu einer der größten Städte im Römischen Reich. Heute ist Aquileia ein verträumtes Nest mit 3500 Einwohnern. Beeindruckend sind die Ausgrabungen und die Reste des Forum Romanum. Auch die verlandeten Hafenanlagen sowie das Fußbodenmosaik aus dem 4. Jahrhundert in der Basilika sind sehenswert.

Kirche

MosaikAm Canale della Schiusa in Grado geht’s hinaus aufs Wasser. Hier legen die Boote ab, die zur Lagune von Grado  schippern.

PaddelbooteDas 120 Quadratkilometer große Naturreservat ist Lebensraum für über 150 Vogelarten. Durch den Canale, vorbei an der Madonnina del Mare Grado, der Schutzpatronin des Ortes, geht die Tour  Richtung Porto Buso. Auf dem spiegelglatten Wasser tummeln sich Reiher, Stockenten und Blässhühner. Hinter den Schilfgürteln unzähliger Mini-Inseln, die wie Sommersprossen in der Lagune verstreut liegen, verstecken sich  reetgedeckte Hütten.

LaguneLagune 1

In den sogenannten „Casonis“ wohnten früher die Lagunenfischer. „Weil Fischfang heute nicht mehr die Haupterwerbsquelle vieler Familien ist, haben viele  Bewohner die Lagune verlassen und sind aufs Festland gezogen. Ihre Hütten ließen sie zu komfortablen Ferienhäusern umbauen“, sagt  Gianni Dovier, der uns sein kleines Haus in der großen Wasserwelt zeigt. Eine perfekte Unterkunft für Hobbyangler oder Urlauber, die mal ein bisschen Robinson-Feeling schnuppern möchten. Am Bootssteg liegt ein kleines Motorboot für den Wocheneinkauf. Auf einem Gestell am Ufer hängen Netze und Reusen zum Trocknen. Die Sonne glitzert  im spiegelglatten Wasser  – ich genieße die Atmosphäre, denn es ist einfach nur schön hier!

Bootstour

Hund

Nach dem Abstecher zu Giannis Hütte steuert unser Capitano die Insel Anfora an.  „Im Restaurant Ai Ciodi gibt es den besten Fisch“, erzählt er uns. Das Eiland  ist knapp 100 Meter lang und 80 Meter breit.  Schon von weitem sieht die Insel einladend aus. Neben dem Anlegesteg stehen Bänke und Tische mit rotweißkarierten Decken unter alten schattigen Bäumen.

Restaurant

„In meinem Restaurant kommt nur auf die Teller, was aus der Lagune gefischt wird“, erzählt  Mauro, der Wirt und setzt sich zu uns an den Tisch.

WirtEssen

Seine Söhne servieren Insalata Frutti di Mare,  Poratto vom Grill, eine Art Seezunge  sowie köstliche  Pasta mit Granso poro (Nudeln mit Krebsen). Und dazu gibt es natürlich den köstlichen Vino aus Friaul.  Alla salute! 

Weinglas

http://www.turismofvg.it

http://www.lignano.it

 

 

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