“Sich vom Drachen über den Ozean ziehen lassen und mit dem Brett Luftsprünge machen – das ist Action pur“, sagt Ben, während ich den Kitsurfern am Strand von Le Morne zuschaue. Zehn Meter hohe und 30 Meter weite Sprünge sind für den sportlichen Mauritier eine Leichtigkeit – vorausgesetzt das Wetter stimmt. Die beste Zeit zum Kiten ist zwischen Juni und September. Wenn der Südostpassat weht hüpfen Kiter-Herzen höher. Der Strandabschnitt im südwestlichen Teil der Trauminsel Mauritius gehört zu den angesagten Kitspots weltweit.

Vor der Küste von Mauritius mit Delfinen schwimmen
Mauritius ist nicht nur ein beliebtes Ziel für Wassersportler. Paare verbringen hier ihre Flitterwochen oder geben sich das Ja-Wort unter den Palmen am Strand. Ideal für Familien sind die seichten warmen Lagunen, in denen Kinder im warmen Wasser spielen können.

Wer nach Mauritius reist möchte türkisfarbenes Wasser, Palmen und strahlend weiße Sandstrände genießen – lächelnde Bewohner gibt es gratis dazu. Doch nur faul auf der Sonnenliege rumhängen ist nicht jedermanns Sache. Also, auf zum Hafen von Le Morne und mit dem Katamaran durch die Lagune cruisen. An der Westküste, in der Nähe der Insel Ile aux Bénitiers springen plötzlich Delfine aus dem Wasser. Zu meiner Freude kommen sie ganz nah an das Boot heran.

Köstlichkeiten vom Bord-Grill
Zeit zum Schnorcheln und Schwimmen gibt es auch. „Wahnsinn, das ist ja wie im Aquarium!“ höre ich jemand rufen. Während die Gäste schwimmen, schnorcheln oder an Deck in der Sonne liegen kümmert sich die Crew der Oceane um das Mittagessen: Auf dem Grill an der Reling brutzeln Fisch, Hühnchen und Gemüse und für den Nachtisch karamellisierte Bananen. Obwohl ich nicht mit dem Drachen gekämpft und keine Luftsprünge hinter mir habe eile ich sofort ans Bord-Buffet. Komisch, denke ich, das Relaxen so viel Appetit macht…

Im Reiseführer lese ich, dass man auf den Le Morne (556 Meter hoch) wandern kann. Das gefällt mir. Gesagt, getan! Der Berg gehört seit 2008 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Es ist ein wichtiger Ort für die Insel-Bewohner. Der Grund: Anfang des 19.Jahrhunderts versteckten sich dort afrikanische Sklaven vor den französischen Kolonialherren, sie hatten genug von der schweren Arbeit auf den Zuckerrohrfeldern.

Drei bis vier Stunden dauert die geführte Tour bis zum Gipfelkreuz. Von den Klippen sollen sich verzweifelte Menschen in den Tod gestürzte haben, erfahre ich vom Tour-Guide. Übrigens: Wer sich für dieser Wanderung entscheidet muss wissen, dass er den Berg nur mit Wanderstiefeln erklimmen sollte. Der Pfad ist teilweise sehr schmal, steil, steinig und oftmals auch rutschig.
Urlaub auf Mauritius ist sehr abwechslungsreich. Ideal ist sich ein Auto (ab 36 Euro am Tag z. B. bei Sixt) zu mieten und die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Nur wenige Autominuten von den luxuriösen Strandhotels entfernt findet nämlich das echte Inselleben statt: Zum Beispiel bei einem Stopp an einem der vielen „Snacks“. Hier kommt man schnell mit den Leuten ins Gespräch. Für ein paar Rupien bestelle ich ein paar Samoussas, kleine frittierte Teigtaschen, gefüllt mit Hühner- oder Krebsfleisch (gibt‘s auch vegetarisch). Während der Verkäufer die Teigtaschen zubereitet erzählt er mir, dass die Mauritier die Ananas mit Salz und Pfeffer essen, Avocado Mus mit Zucker zum Frühstück mögen und das Dhal Puri, die würzigen Crêpes, mit Kichererbsen gefüllt auf Bananenblättern serviert werden. So vielfältig wie die Speisen sind auch die Menschen und ihre Religionen, erfahre ich ganz nebenbei. Der Mann zeigt auf eine kleine Flagge, die über der Eingangstür hängt. Willst du wissen, was die Farben bedeuten? Rot steht für Hindus, Blau für Christen, Gelb für Chinesen, Grün für Moslems – hier auf der Insel leben Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern mit verschiedenen Religionen friedlich zusammen“ freut er sich.

Das war allerdings nicht immer so. Entdeckt wurde die Insel 1598 von Holländern. Sie holzten die Ebenholz-Bäume ab und verkauften sie in alle Welt. 1715 kamen die Franzosen und blieben bis 1810, mussten sich dann aber nach einer Seeschlacht den Briten ergeben. 1814 wurde Mauritius nach dem Friedensvertrag in Paris offiziell den Engländern übergeben. Ihr einziges Bestreben war, auf der Insel Zuckerrohr anzubauen. Zucker ist nach wie vor Hauptexportgut. Über 50 Prozent der Insel sind mit Zuckerrohrplantagen bedeckt. .

Wie die Landschaft vor dem Kahlschlag aussah kann man auf der 25 Hektar großen Insel Ile Aux Aigrettes in der Bucht von Mahébourg sehen. Die Naturschutzorganisation Mauritian Wildlife Foundation schützt hier die die bedrohte Fauna und Flora.Beim Rundgang kraule ich eine große Landschildkröte, sehe Ebenholzbäume und sogar einen der seltensten Vögel der Welt, den mauritischen Turmfalken.
Interessant ist auch Pamplemousses, der botanische Garten. Die Attraktion ist ein Teich, auf dem wagenradgroße Seerosenblätter wachsen, so groß, dass ein Kleinkind darauf Platz hätte.

Ein Erlebnis sind der Wasserfall und die farbige Erde in Chamarel. Je nach Sonneneinstrahlung schimmert die Vulkanerde rot, gelb, Ocker, manchmal sogar bläulich und orangefarben – so wie der Sonnenuntergang über dem Meer.

Fotos© Marita Persian
Tipp: Auf der Halbinsel Le Morne sind drei Riu Hotels: das Riu Le Morne, das Hotel Riu Coral und das Hotel Riu Creole. Die Vier-Sterne-Resort Anlage „Riu Le Morne“ ist nicht weit vom Le Morne Berg entfernt und ein sogenanntes Adults-Only-Hotel für Erwachsene. Das „Riu Creole“ hat sportliche Aktivitäten sowie Kinderprogramm im Angebot. Die Hotels bieten All-Inclusive-Verpflegung sowie komfortable Spa-Bereiche. Eine Woche im Doppelzimmer mit Flug und alles inklusive kostet ab 1 578 Euro pro Person. Insgesamt hat TUI 106 Hotels (3-, 4- und 5 Sterne) auf Mauritius im Angebot
Flüge auf die Trauminsel gibt es an sieben Tagen die Woche. Mit Emirates z. B. wird das Eiland täglich ab Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf und München angeflogen. Condor hebt täglich von Frankfurt und München ab. Zweimal wöchentlich geht’s mit Eurowings von Köln-Bonn nach Mauritius. Lufthansa ist zweimal die Woche ab Frankfurt dabei.
Toller Bericht,Marita, Erinnerungen werden wach. Könnte gleich wieder hinkriegen.
Danke Gisa, Mauritius ist auch abseits der schönen Strände interessant