Marrakesch in Szene gesetzt

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Schon von weitem schallen dumpfe Trommelwirbel über den Djemaa el Fna. Es duftet nach Holzkohle, gegrilltem Lammfleisch, Weihrauch, Zimt und süßem Gebäck. „An der Bude Nummer 26 gibt es köstlichen Fisch und ein paar Stände weiter die besten Teigtaschen“, empfiehlt Mustapha, der mich auf meinem Stadtrundgang in Marrakesch begleitet.

SoukSoukDer große Marktplatz ist ein Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Denn wenn die Sonne hinter der Koutoubia Moschee untergeht wird er zu einem riesigen Open-Air-Restaurant. Dann werden Stände aufgebaut, Grills  angefeuert und  Eselkarren mit Fleisch und Gemüse rumpeln über das Pflaster. Bis weit in die Nacht wird geköchelt, gegessen, gefeiert – dazu zeigen Feuerschlucker und Akrobaten ihr Können.

Fotos von den Wasserträgern gibt’s nur für Dirham

Mindestens von jedem zweiten wird man angesprochen. Besonders eifrig sind die Wasserträger. Sie tragen bunte Gewändern und große Hüte, an denen kleine Glocken läuten. Ihr einziges Bestreben ist: Sie wollen fotografiert werden. Aber nur gegen Bezahlung. Wer dazu nicht bereit ist bekommt lautes Gezeter und Gebrüll zu hören. Darauf legt natürlich niemand Wert im Urlaub. Starke Nerven braucht der Besucher auch, wenn ein Schlangenbeschwörer es gut meint und ihm eine dicke Mamba um den Hals legen möchte. Ein harmloses Andenken dagegen ist das Henna-Ornament, das mir eine junge Marokkanerin während des Rundgangs auf die Hände malen möchte. Das bringt Glück, sagt die Frau.

Blau, Rot, Orange - was für eine orientalische Farbenpracht! Getrocknete Blüten in hohen Körben kann man im Kräuterhaus Herboriste Du Paradis kaufen
Blau, Rot, Orange – was für eine orientalische Farbenpracht! Getrocknete Blüten in hohen Körben kann man im Kräuterhaus Herboriste Du Paradis kaufen
Esel in Marrakesch
Einkauf im Souk zwischen Eselkarren und Mofas
Stände mit Orangen in Hülle und Fülle
Stände mit Orangen und Gewürzen gibt es in Hülle und Fülle in der Stadt
Spaziergang in der Medina. Hier wohnen die Einheimischen. Die Altstadt ist von einer 12 Kilometer langen Mauer umgeben
Spaziergang in der Medina. Hier wohnen die Einheimischen. Die Altstadt ist von einer 14 Kilometer langen Mauer umgeben

Neue Hotels und grüne Oasen

Nach einer Stunde habe ich genug von dem Spektakel und beobachte das Treiben noch ein bisschen von der Dachterrasse des Café Glacier am Rande des Platzes. Trinke einen süßen Minze-Tee lausche der Musik und bemerke die Satellitenschüsseln auf den Häusern gegenüber. Ja, Marrakesch bietet nicht nur Mittelalterflair mit Eselkarren sondern auch 21. Jahrhundert hinter orientalisch anmutenden Mauern.

Traditionelle marokkanische Musik gehört zu jedem Fest. Die Musik wurde durch arabische und andalusische Einflüsse geprägt und hört sich ein bisschen melancholisch an
Traditionelle marokkanische Musik gehört zu jedem Fest. Die Musik wurde durch arabische und andalusische Einflüsse geprägt und hört sich ein bisschen melancholisch an
Was für eine schöne Stimmung! Das Royal Palm im Sonnenuntergang
Was für eine schöne Stimmung! Das Royal Palm im Sonnenuntergang
Marrakesch: Pool vom Beachcomber Hotel Royal Palm
Wasser in der Wüste. 2000 Quadratmeter groß ist der Hauptpool vom Royal Palm

Gerade erst hat eine neue Luxusherberge zwölf Kilometer südlich der Stadt eröffnet. Das Royal Palm Marrakesch der Beachcomber Hotelgruppe mit seinen großzügigen Suiten und Villen liegt idyllisch zwischen alten Olivenbäumen und bietet fantastischen Blick auf das Atlasgebirge. Beeinflussen ließ sich der französische Architekt Jean Francois Adam von den Farben und Materialien der Berberkultur aber auch von den prunkvollen marokkanischen Königspalästen. Das Ergebnis ist ein Palast wie im Märchen aus 1001 Nacht mit Service auf höchstem Niveau, einer hervorragenden Küche und einem internationalen 18-Loch Golfplatz, den der Planer perfekt in die Landschaft integriert hat.

Der 18-Loch Golfplatz wurde von Cabell B. Robinson gestaltet
Der 18-Loch Golfplatz wurde von Cabell B. Robinson gestaltet

Gelungen ist auch die große Wasser- und Poollandschaft, die sich durch den Garten schlängelt. Die große Wellnessabteilung und die Ruhe in der grünen Oase sind Erholung pur nach dem Tag in der quirligen Stadt. Vip-Status erfahren auch die kleinen Gäste.  Im Kinderclub des Royal Palm Marrakesch sind sie die Größten. Die Kleinen haben sogar einen eigenen Plantsch-Pool. Es gibt jede Menge Bücher, Spiele, Bastelmaterial und freundliche Nannys. An alles wurde gedacht. Bei so einer Fürsorge können die Eltern beruhigt einen Ausflug unternehmen.

Wer in einem Souk einkauft muss feilschen und Zeit mitbringen. Wer erst mal im Laden drin ist kommt so schnell nicht wieder raus schnell kommt man nicht aus dem Laden raus
Wer in einem Souk einkauft, muss feilschen und Zeit mitbringen. Wer erst mal im Laden drin ist kommt so schnell nicht wieder raus

Toms geheime Mission

Marrakesch ist Exotik, ein Besuchermagnet, eine Metropole für Stars, Modemacher, Musik- und Filmleute. Letzten Monat drehte Tom Cruise Szenen für den 5. Teil von Mission Impossible. Dafür ließ der Regisseur sogar die Autobahn nach Agadir sperren. Aber das stört hier niemand, erfahre ich später im Hotel von einem Mitarbeiter. Denn jede Art von Werbung ist gut für den Tourismus. Bis zum Jahre 2020 will die Stadt die Besucherzahl von aktuell neun auf 20 Millionen im Jahr steigern.

Ein blaues Haus zwischen Palmen und Kakteen

Jardin Majorelle. Der botanische Garten wurde 1980 von dem Modemacher Yves Saint Laurent gekauft und vor dem Verfall gerettet.
Jardin Majorelle. Der botanische Garten wurde 1981 von dem Modemacher Yves Saint Laurent gekauft und vor dem Verfall gerettet

Am nächsten Morgen fahre ich mit dem kostenlosen Hotelbus (Angebot zwischen 9.30 bis 17 Uhr täglich ) zum Jardin Majorelle. Den Park hat der französische Maler Jacques Majorelle Anfang  des 20. Jahrhunderts anlegen lassen. Lange Zeit war er vergessen – bis ihn der französische Modemacher Yves Saint Laurent vor 33 Jahren übernahm und restaurieren ließ. Heute ist das Gelände mit dem in kobaltblau gestrichenem Haus des Malers, das umgeben von Wasserbecken, Palmen und Kakteen ist, ein beliebtes Ausflugsziel.

Das Restaurant Le Jardin ist eine Oase der Ruhe mitten in der quirligen Medina
Das Restaurant Le Jardin ist eine Oase der Ruhe mitten in der quirligen Medina
Marrakesch, Medina Boutique Norja Ayron
Designerin Norja Ayron (rechts). Die kleine Boutique gehört zum Restaurant Le Jardin

Bei meinem anschließenden Spaziergang durch die Medina kehre ich im Restaurant Le Jardin (32, Souk El jeld Sidi Abdelaziz, Medina) ein. Bestelle eine „Tajine“ mit Huhn, Safran und Gemüse und lerne durch Zudall Norya Ayron kennen. Die französische Designerin hat einen kleinen Laden im Obergeschoß des Restaurants und verkauft tolle luftige Kleider – nur mal so ein Tipp…!

Angebot: Flug ab Berlin mit easyjet z. B. ab ca. 60 Euro (oneway). Vier Übernachtungen im Hotel Royal Palm Marrakesch, Juniorsuite, Frühstück, Hin- und Rückflug ab Frankfurt ab 1489 Euro. www.airtours.de Fotos: Copyright Marita Persian, Beachcomber Hotels (2)

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Marrakesch in Szene gesetzt
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6 Gedanken zu „Marrakesch in Szene gesetzt

  • 8. Dezember 2014 um 22:05
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    Marrakesch ist wirklich eines tolle Destination, wir waren auch diesen Herbst da. Am meisten beeindruckt hat mich der Einbruch der Dunkelheit über dem Djemaa del Fna.

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    • 8. Dezember 2014 um 22:55
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      Hallo Nick, das ging mir genauso. Marrakesch ist ein Erlebnis

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  • 20. Dezember 2014 um 00:19
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    Klasse-Bericht und schöne Fotos. Aber kann man dorthin als (blonde) Frau alleine reisen? Man kann ja schlecht die ganze Zeit nur mit einem einheimischen Guide unterwegs sein…

    LG, Ilse

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    • 7. Januar 2015 um 21:18
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      Liebe Ilse, entschuldige, dass ich erst jetzt antworte! Habe mich in der Zwischenzeit bei zwei Kolleginnen umgehört, die allein in Marrakesch unterwegs waren. Sie wohnten direkt in der Medina und waren täglich ohne Guide unterwegs. Auch allein und nicht ständig im Doppelpack. Die Frauen waren Selbstversorger, sind allein in Restaurants gegangen, haben sich im Basar mit Brot, Obst und Gemüse versorgt und die Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust entdeckt. So wie in allen arabischen Ländern wird man auch in Marrakeschs überall von geschäftstüchtigen Händlern angesprochen. Sie wollen natürlich ihre Öllampen, Gewürze und Pantoffeln aus Kamelleder verkaufen. Wer das nicht will muss einfach nur “Nein” sagen und das am besten in einem bestimmten aber freundlichen Ton. Am wirkungsvollsten ist es auf arabisch “la” oder in französisch “no”. Übrigens: Es freut mich, das Dir mein Bericht gefallen hat. Liebe Grüße Marita

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  • 29. Januar 2015 um 23:08
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    Hallo! Danke für den Reisebericht, ich freue mich immer, solche Eindrücke zu lesen, das macht ja auch immer neugierig für eigene Reisen! Ich muss auch sagen, ich hätte gerne noch mehr von dem botanischen Garte gesehen^^, weil ich das immer so toll finde, ich war zum Beispiel auch schon zwei mal in Meran http://www.trauttmansdorff.it ,wenn ich dort im Urlaub war ^^, ist so ein kleiner Tick von mir…LG

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    • 1. Februar 2015 um 10:43
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      Hallo Nora, danke für den Tipp. Von der “wild” rauschenden Passau in Meran, umgeben von üppiger Natur, war ich beeindruckt. Also, beim nächsten Mal in Meran geht’s in den Botanischen Garten. Grüße Marita

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