Sand wie Gold, Dschungel live und überall Buddha

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Sri Lanka ist nichts für Langschläfer! Schon bei Sonnenaufgang bin ich am Strand. Zu dieser frühen Stunde ist es noch erfrischend kühl und man ist mit den Fischern, die ihre Netze für den Fang vorbereiten, allein am Strand des Indischen Ozean. Wem das zu früh ist – den fehlenden Schlaf kann man ja tagsüber, in einer Hängematte unter Palmen nachholen.

 

Urlaub unter Einheimischen: Morgens den Fischern bei der Arbeit zuschauen
Urlaub unter Einheimischen: Morgens den Fischern bei der Arbeit zuschauen
Abhängen am Strand, Sri Lanka
… und mittags “abhängen” am Strand zwischen zwei Palmen am Indischen Ozean

Chaminda zeigt mir sein Sri Lanka

Weiße Sandstrände, Kokos-Palmen am Meer, die sich im Wind  wiegen, freundliche Menschen, geheimnisvolle Tempel und üppig grüne Teeplantagen – das ist Sri Lanka. Übersetzt heißt das „strahlend schönes Land“, erzählt Chaminda Sampath, ein einheimischer Reiseleiter, der mir die schönsten Orte der Insel auf einer Rundreise zeigt und für den seine Heimat das Paradies auf Erden ist.

Reiseleiter Chaminda und sein Kollege vor dem Jetwing Beach Hotel in Negombo Foto: © M.Persian
Reiseleiter Chaminda (links) und sein Kollege zeigen Besuchern ihre Insel
Strandidylle auf Sri Lanka
Schattige Plätze unter Kokospalmen sind keine Seltenheit an den Stränden von Sri Lanka

Auf der Insel, die etwa so groß wie Bayern ist, leben knapp 21 Millionen Menschen  friedlich miteinander. Das war nicht immer so. Bis 2009 herrschte Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen den Tamilen und den Singhalesen.

Es lohnt sich Badeurlaub mit einer Rundreise zu kombinieren

Ein Muss ist die alte Königsstadt Kandy. Sie ist das religiöse Zentrum des Landes und liegt eingebettet zwischen Teeplantagen, Reisfeldern und sanften Hügeln. Zu den Highlights gehört der Zahn-Tempel, in dem der Eckzahn Buddhas zu sehen ist. Er wird in einem Schrein aufbewahrt. Sehen kann man den Zahn leider nicht. Das Gedränge der Gläubigen davor ist riesengroß. Interessant ist aber auch das Treiben auf dem Vorplatz des Tempels  zu beobachten. Dort zünden Menschen Kerzen an und kaufen Blumen für die Opfergaben. Ein fröhliches Gewusel!

Hier ist es immer voll: Fröhliches Treiben vor dem Zahntempel in Kandy
Von morgens bis abends ein ständiges Kommen und Gehen. Der Zahntempel in Kandy gehört zu den Heiligtümern der Insel. In einem Schrein im ersten Stock wird der Eckzahn Buddhas aufbewahrt

Von den Elefanten zum Felsentempel Dambulla

Wir fahren weiter zum Kaudulla Nationalpark, rund 22 Kilometer von Habarana entfernt. Hier kann man Elefanten aus  nächster Nähe betrachten. Mehr als 250 Dickhäuter tummeln sich am späten Nachmittag an den Wasserstellen des Kaudulla Stausee, unbeeindruckt von den vielen Jeeps, vollbesetzt mit Touristen, die ein Foto nach dem anderen klicken. Im Sonnenuntergang geht es zurück zu unserem Rundreise-Hotel in Kubukkadanwala.

Elefantensafari im Kaudulla Nationalpark, Sri Lanka Foto: © M.Persian
Elefantensafari im Kaudulla Nationalpark. Mehr als 250 Elefanten aber auch Lippenbären kann man entdecken

Von dort sind es nur wenige Kilometer bis zum berühmten Felsentempel Dambulla (siehe Video). Die Anlage befindet sich in einem über 100 Meter hohen Felssteinmassiv, in dem fünf Höhlen sind. Beeindruckend sind die Fresken und Eingravierungen sowie die vielen Buddhas. Liegend, stehend, sitzend und mit unterschiedlichen Mudras, den verschiedenen Stellungen der Finger und Hände – ein Ort zum Staunen.

Der steile Weg zu den schönen Wolkenmädchen

Beeindruckend ist auch die Himmelsfestung „Sigiriya“ (Weltkulturerbe der UNESCO). Schon von weitem sieht man den 200 Meter  hohen Monolith zwischen Reisfeldern, Seen und Dschungel. Der Aufstieg über 1202 in Stein gehauene Stufen und Stahltreppen dauert etwa eine Stunde. Der Weg ist mühsam – doch es lohnt sich! König Kassapa ließ den prächtigen Palast vor 1500 Jahren auf dem Berg erbauen, um vor Angriffen sicher zu sein. Durch das Maul eines Löwen ging es in den Palast mit Swimmingpool, Steinbänken, unzähligen Zimmern und Weitsicht über das Land. Die Überraschung jedoch erwartet den Besucher auf halber Höhe. Dort befinden sich die Wolkenmädchen, vollbusige Nymphen, gemalt mit Naturfarben von den besten Künstlern der damaligen Zeit.

Reproduktion eines Wolkenmädchens, das im Museum hängt. Die Originalzeichnungen auf dem Sigirya Felsen sind 1500 Jahre alt und dürfen nicht fotografiert werden Foto: © M.Persian
Reproduktion eines Wolkenmädchens im Sigiriya Museum.. Die Originalzeichnungen auf dem Sigirya Felsen sind 1500 Jahre alt und dürfen nicht fotografiert werden
Der Sigiriya Felsen ist 185 Meter hoch und gehört zum UNESCO Welterbe
Der Sigiriya Felsen ist 185 Meter hoch und gehört zum UNESCO Welterbe

Ein Fest für die Augen ist der Besuch im Sonnenuntergang. Angestrahlt vom Restlicht des Tages leuchtet der Felsblock in den schönsten Rottönen. Wenn Sie noch ein bisschen Zeit haben, dann sollten Sie danach einen kleinen Spaziergang zwischen den Lotosblumenteichen, Wassergräben und Pavillons der Anlage unternehmen. Exotik pur! Über die Kandy-Road geht es zurück Richtung Colombo. Wie Perlen auf der Schnur reihen sich die Dörfer aneinander. Kinder in weißer Schulkleidung winken uns zu. Entlang der Straße verkaufen die Bewohner gelbe und rote Bananen, saftige Ananas und Mangos – Früchte aus dem eigenen Garten.

Lotusblüte bringt Glück auf der Fahrt nach Colombo

Plötzlich stoppt der Fahrer  – nicht um Früchte für das zweite Frühstück zu kaufen. Sondern um in einen Buddha-Schrein am Straßenrand eine Lotusblüte in eine Opferschale zu legen. Das soll Glück bringen. Bei dem starken Verkehr auf Sri Lankas Straßen ist das auch nötig. Sein Toyota Hybrid ist nagelneu und kostete sieben Millionen Rupien (umgerechnet ca. 45 000 Euro, inklusive 300 Prozent Luxussteuer). Seine Existenzgrundlage für die nächsten Jahre.

Wir erreichen Colombo, die quirlige Hauptstadt Sri Lankas. Hier kann man auf den Spuren der britischen und holländischen Kolonialmächte wandeln und viktorianische Fassaden bewundern. Interessant ist das Hauptpostamt und das Rathaus, das ein bisschen an das White House in Washington erinnert. Auch ein kurzer Halt am Unabhänigkeitsdenkmal, das anlässlich des  Unabhänigkeitstag (4. Februar 1948) gebaut wurde, lohnt sich. Wer Lust hat sollte danach ins Galle Face Hotel einkehren und auf der Terrasse mit Blick auf den Indischen Ozean eine Tasse Ceylon Tee genießen bevor es zurück ins Beach-Hotel geht.

Das Unabhängigkeitsdenkmal "Independence Memorial Hall" in Colombo. Seit 4. Februar 1948 ist Sri Lanka unabhänig von den Briten
Das Unabhängigkeitsdenkmal “Independence Memorial Hall” in Colombo. Seit dem 4. Februar 1948 ist Sri Lanka unabhängig von den Briten

Wir fahren weiter Richtung Süden immer an der Küste entlang. Nach 40 Kilometern erreichen wir Kalutara, das Zentrum der Kokosfaser-Korbmacherei. Doch nicht nur Körbe sondern auch Möbel und Schmuck werden hier gefertigt. Auch ein Blick nach oben lohnt sich. Die Wipfel der Palmen sind mit Seilen verbunden, auf denen die „toddy tappers“, die Palmenwein-Zapfer, wie Akrobaten balancieren.

Zwischen den Palmen werden Seile gespannt auf denen die toddy Tapper von Baum zu Baum laufen
Zwischen den Palmen werden Seile gespannt, auf denen die “toddy tappers” von Baum zu Baum laufen
Ein toddy tapper bei der Arbeit. In luftiger Höhe zapft er den Saft aus den Palmen
Der toddy tapper bei der Arbeit. In luftiger Höhe zapft er den Saft aus den Palmen

Die Männer „ernten“ den Saft, der zur Herstellung von Palmwein, Arrak, benötigt wird. Probieren sollte man ihn – doch nicht zu viel trinken. Das köstliche Getränk soll „dumm“ machen, sagen die Einheimischen…

 

 

 

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